Elektrische und magnetische Feldstärke
Die elektrische Feldstärke
Die elektrische Feldstärke ist von der Spannungsebene der Freileitung abhängig. Hier gilt: Je höher die Spannungsebene, desto größer ist auch das elektrische Feld. Bei einer 380-kV-Leitung liegt die Feldstärke unter der Leitung bei ungefähr 5 kV/m, bei einer 220-kV-Leitung bei rund 3 kV/m und bei einer 110-kV-Leitung unter 2 kV/m. Die vom Bundesamt für Strahlenschutz vorgegebenen Richtwerte werden somit eingehalten bzw. deutlich unterschritten. Zudem lässt sich das elektrische Feld leicht abschirmen. Es genügen bereits Büsche, Bäume oder Hauswände in der Nähe einer Hochspannungsleitung, um nahezu feldfreie Räume entstehen zu lassen. Im Inneren eines Hauses beträgt die Feldstärke ein Zehntel des außen herrschenden Wertes.
Die magnetische Feldstärke
Die magnetische Feldstärke ist vom Strom auf der Freileitung abhängig. Im Normalbetrieb einer Leitung erreicht die magnetische Feldstärke unter der 380-kV-Leitung maximal 15 µT, bei einer 220-kV-Leitung 8 µT und bei einer 110-kV-Leitung 5 µT. Magnetfelder lassen sich im Gegensatz zu elektrischen Feldern nur schlecht abschirmen. Sie dringen fast ungehindert durch alle Materialien. Nur wenige spezielle Werkstoffe bewirken eine wirkungsvolle Abschirmung. Daher ist die Stärke des natürlichen Erdmagnetfelds im Inneren eines Gebäudes genauso groß wie im freien Gelände.

